In Würde Abschied nehmen

ber Jahrhunderte starben die Menschen zumeist im häuslichen Umfeld, der Tod gehörte zum Leben dazu. Er war ein zutiefst soziales und gemeinschaftliches Ereignis.

Heute hört man oft den Ratschlag, als Angehörige auf die offene Abschiednahme zu verzichten und lieber den Verstorbenen so in Erinnerung zu behalten, wie er im Leben war. Dies mag in Einzelfällen auf Wunsch der Hinterbliebenen seine Berechtigung haben, muss aber dank der thanatopraktischen Möglichkeiten heute nicht mehr sein und ist nach modernen psychologischen Erkenntnissen sogar nicht ratsam. Tatsächlich zeigt es sich, dass sich die Trauerzeit durch ein letztes Verabschieden am offenen Sarg wesentlich verkürzt und erleichtert wird.

Was ist Thanatopraxie?

Der Begriff setzt sich aus dem griechischem Wort "Thanatos" (Gott des Todes) und "Praxie" (handeln, ausführen) zusammen. Er beschreibt die Kunst und die Lehre, den menschlichen Körper für eine kurze Dauer zu erhalten, lang genug für eine pietätvolle Abschiednahme am offenen Sarg.

Die thanatopraktische Versorgung umfasst alle Tätigkeiten, die für eine ästhetische Aufbahrung notwendig sind. Angehörige, Verwandte und Freunde brauchen sich nicht in kalten, nüchternen Kühlräumen aufzuhalten, in denen schon die äußeren Umstände zu einem Abschied zwingen, der nicht mehr als ein letzter, kurzer Blick sein kann. Vielmehr ist ein Abschied in aller Ruhe und adäquater Umgebung für die Hinterbliebenen nicht nur weitaus angenehmer und besser zu verkraften, sondern auch ein Zeichen der Hochachtung und Wertschätzung für den verstorbenen Menschen. So stellt auch die pietätvolle thanatopraktische Versorgung die letzte Ehre dar, die dem Verstorbenen erwiesen werden kann.

Fristverlängerung und Überführungen

Bei einer Verlängerung der Bestattungsfrist ist es in jedem Fall sinnvoll, eine thanatopraktische Behandlung durchführen zu lassen. Denn es ist heute keineswegs mehr selbstverständlich, dass Hinterbliebene und Freunde räumlich nahe wohnen oder zeitnah anreisen können. Bei längeren Überführungen, zum Beispiel ins Ausland, ist eine Versorgung des Verstorbenen durchweg ratsam und in einigen Ländern sogar rechtlich vorgeschrieben. Wir geben hierüber gerne Auskunft und kümmern uns natürlich auch um die erforderlichen Dokumente.

Wir stellen uns der Verantwortung

Die Ausbildung zum Thanatopraktiker ist sehr anspruchsvoll mit hohen Anforderungen. Noch gibt es in Deutschland nur wenige Bestatter, die sich diesem Werdegang zum Spezialisten, einschließlich anerkanntem Abschluss, gestellt haben. Wir gehören dazu.

Zudem sind wir Mitglied im DeathCare Embalmingteam Germany e.V., einer Hilfsorganisation von etwa 50 deutschen Bestattern, die weltweit in Katastrophengebieten unentgeltlich humanitäre Hilfe leistet. Mehr Informationen dazu erhalten Sie auf www.deathcare.de.